Elektrizität
Beim ESB geniessen erneuerbare Energien höchsten Stellenwert. Im Einklang mit der Bieler Energiestrategie bietet er ausschliesslich Strom aus erneuerbaren Quellen an. Mit der Umsetzung des Mantelerlasses haben sich auch die Anforderungen bezüglich erneuerbare Energien an die Energieversorger verändert. Der ESB erfüllt alle Kriterien.
Gesamtstrommenge im ESB-Netz
2025 flossen insgesamt 310.4 GWh Elektrizität durch das ESB-Netz. Der Rückgang gegenüber dem Vorjahr ist durch eine starke Zunahme des Eigenverbrauchs zu erklären, insbesondere durch die Inbetriebnahme grösserer PV-Anlagen.
Anteil an Eigenproduktion in der Grundversorgung
In der Grundversorgung müssen neu mindestens 20% des gelieferten Stroms aus inländischer, erneuerbarer Produktion stammen. Da der ESB rund die Hälfte des gelieferten Stroms in eigenen Wasserkraftwerken produziert, erfüllt er diese Vorgabe bereits. 2025 wurden 54 % des in der Grundversorgung gelieferten Stroms in ESB-eigenen Anlagen produziert. Der Rest wurde entsprechend einer strukturierten Beschaffungsstrategie auf dem Markt eingekauft.
Die Eigenproduktion fiel aufgrund der schlechten Wetterverhältnisse deutlich geringer aus als im äusserst produktionsreichen 2024.
Wasser
Der ESB versorgt die Gemeinden Biel und Nidau mit Trinkwasser. Er setzt alles daran, eine ununterbrochene Versorgung seiner Kundschaft mit Wasser von einwandfreier Qualität zu garantieren. Das kantonale Wasserversorgungsgesetz schreibt vor, dass die Wasserversorgung kostendeckend sein muss, jedoch keinen Gewinn abwerfen darf.
Herkunft des Trinkwassers
Fast das gesamte Trinkwasser, das der ESB in seinem Versorgungsgebiet liefert, kommt aus dem Bielersee (2025: 91.79 %). Dieses wird im Seewasserwerk in Ipsach zu Trinkwasserqualität aufbereitet. Ergänzend dazu kommt ein kleiner Anteil Grundwasser (2025: 8.21 %), das im Wasserturm Gimmiz/Walperswil gefördert wird.
Bis 2021 bezog der ESB auch Wasser aus der Leugenenquelle.
Trinkwasserproduktion
Nach einem zweijährigen Rückgang der Wasserproduktion, stieg diese 2025 wieder um knapp 500 000 m3 an. Einerseits führte der heisse Sommer zu einem erhöhten Wasserverbrauch, andererseits führten nicht vorhersehbare Schäden an Wasserleitungen zu Verlusten.
Gas
Der ESB betreibt ein gut unterhaltenes und weit ausgebautes Gasverteilnetz. Dadurch ist Gas ein zuverlässiger und weit verbreiteter Energieträger. Erdgas ist ein nicht erneuerbarer Energieträger. Durch die Ergänzung mit Biogas wird die Bilanz verbessert und macht Gas als Übergangslösung interessant. Der CO2-Ausstoss von Gas ist im Vergleich zu Heizöl niedriger und bei der Verbrennung entsteht weder Russ noch Feinstaub. Das eingesetzte Gas ist ungiftig für Mensch, Tier, Böden und Gewässer. Der Transport im unterirdischen Leitungsnetz ist einfach, sicher und belastet weder das Landschaftsbild noch die Verkehrswege.
Gasabsatz
Seit 2022 ist der Gasabsatz merklich zurückgegangen und hat sich seither bei etwa 360 GWh pro Jahr stabilisiert. Grund dafür ist insbesondere der Ersatz herkömmlicher Heizmethoden durch Wärmeverbünde, die mit erneuerbaren Energien betrieben werden.
Anteile Gasprodukte
2025 hat der ESB den Anteil an Biogas im Standardprodukt von 20% auf 25% erhöht. Davon wird jedoch nur ein kleiner Anteil (2025: 4 GWh) in der Schweiz gewonnen, da die Kapazitäten noch nicht ausreichen. Der restliche Anteil an Biogas (2025: 87 GWh) wird aus europäischer Produktion bezogen.
Wärme/Kälte
Angesichts des Klimawandels hat sich die Stadt Biel in ihrer Klimastrategie zum Ziel gesetzt, bis 2050 klimaneutral zu werden. Das bedeutet, dass in der Stadt bis 2050 nur noch so viel Treibhausgas ausgestossen werden darf, wie auch gebunden wird (Netto-Null). Dazu soll unter anderem der Energieverbrauch der Gebäude reduziert und der Energiebedarf mit erneuerbaren Quellen gedeckt werden.
Dazu entwickelt, realisiert und betreibt der ESB Energieverbünde mit erneuerbaren Energien, die als Ersatz von Heizöl- und Erdgasheizungen massiv zur Reduktion der Treibhausgasemissionen beitragen.
Der fortschreitende Ausbau der Energieverbünde des ESB in Partnerschaft mit Akteuren der Stadt und Umgebung Biel zeigt deutliche Resultate.
Abgegebene Heiz- und Kühlenergie
Die von den Energieverbünden des ESB und seinen Partnerorganisationen abgegebene Energie hat sich in den letzten zwei Jahren jeweils fast verdoppelt. 2024 war dies insbesondere auf den Ausbau des Energieverbunds Champagne und auf die Inbetriebnahme des Anergienetzes Stadtzentrum Süd zurückzuführen. 2025 trug namentlich die Verdoppelung der Anschlüsse an den Energieverbund Bielersee (EVB) sowie die Erweiterung des Energiverbunds Seevorstadt Nord zu diesem Anstieg von 7 332 MWh bei, um insgesamt eine Abgabe von 15 924 MWh zu erreichen.
Eingesparte CO2-Emissionen
Der Betrieb der Energieverbünde mit erneuerbaren Energien trägt auch deutlich zur Einsparung an CO2-Emissionen bei. Die Energieverbünde Champagne und Bielersee werden mit CO2-freiem Grund- bzw. Seewasser betrieben.
2025 konnten dank dem Übergang auf Wärmeverbünde insgesamt 2 710 t CO2 eingespart werden, das sind 1 175 t mehr als im Vorjahr.